LEI-Code und KYB: Wie Sie Geschäftspartner zuverlässig identifizieren

Inhaltsverzeichnis

Holen Sie sich Ihre LEI
Schließen Sie unseren Antragsprozess in nur wenigen Minuten ab.
In 15 Minuten fertig

Globales Netzwerk verifizierter und nicht verifizierter juristischer Personen zur Veranschaulichung des KYB-Prozesses unter Verwendung von LEI-CodesWas ist KYB?

KYB, oder Know Your Business, ist der Prozess zur Überprüfung der Identität, Eigentümerstruktur und des rechtlichen Status von Geschäftspartnern, Lieferanten und Kunden – sowohl vor als auch während einer Geschäftsbeziehung.

KYB entwickelte sich als Teil des umfassenderen KYC-Rahmenwerks (Know Your Customer). KYC umfasst die Sorgfaltspflicht gegenüber Kunden im Allgemeinen und gilt sowohl für natürliche Personen als auch für juristische Personen. KYB ist spezifischer: Es konzentriert sich insbesondere auf juristische Personen. Die zentrale Frage ist nicht nur, wer die natürliche Person ist, sondern was das Unternehmen tatsächlich ist, wem es gehört und wer in seinem Namen handelt.

KYB entstand als Reaktion auf eine eindeutige regulatorische Lücke. Jahrzehntelang unterlagen die Identitäten natürlicher Personen einer strengen Prüfung, während Unternehmen unter wesentlich schwächeren Anforderungen operierten. Infolgedessen wurden juristische Personen zu einem Instrument zur Verschleierung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und anderen Finanzdelikten. In Europa schlossen die Regulierungsbehörden diese Lücke 2017 durch die Vierte Geldwäscherichtlinie (AMLD4). In den Vereinigten Staaten führte FinCEN 2016 KYB-Vorschriften durch die Customer Due Diligence-Anforderungen ein.

Was der KYB-Prozess umfasst

KYB ist keine einmalige Prüfung vor Vertragsunterzeichnung. Vielmehr handelt es sich um einen strukturierten Prozess mit mehreren unterschiedlichen Komponenten.

Der erste Schritt ist die Überprüfung der Unternehmensidentität. Das bedeutet, zu bestätigen, dass der Geschäftspartner eine eingetragene juristische Person ist und dass sein offizieller Name, seine Adresse und seine Registrierungsnummer mit maßgeblichen Handelsregistern übereinstimmen.

Die zweite Komponente ist die Identifizierung der wirtschaftlich Berechtigten (Ultimate Beneficial Owners, UBOs) – der natürlichen Personen, die das Unternehmen tatsächlich besitzen oder kontrollieren. Das Eigentum verläuft häufig über mehrere Ebenen juristischer Personen. Folglich ist dies einer der komplexeren Teile des Prozesses.

Die dritte Komponente ist die Risikobewertung. Das bedeutet, den Geschäftspartner gegen Sanktionslisten, Datenbanken politisch exponierter Personen (PEP) und negative Medienquellen abzugleichen.

Die vierte Komponente – und oft die am meisten übersehene – ist die laufende Überwachung. Unternehmen verändern sich im Laufe der Zeit. Eigentümerstrukturen verschieben sich, Adressen ändern sich und der rechtliche Status kann sich ändern. Daher kann sich ein Partner, der vor einem Jahr die Überprüfung bestanden hat, heute in einer anderen Situation befinden.

Die zentrale praktische Herausforderung: fragmentierte Daten

Das größte Hindernis bei KYB ist nicht die Bereitschaft, Partner zu überprüfen. Vielmehr ist es die Fragmentierung der Daten im globalen Geschäftsumfeld.

Jedes Land führt sein eigenes Handelsregister, sein eigenes Datenformat, seine eigene Sprache und seine eigenen Validierungsregeln. Darüber hinaus kann derselbe Firmenname je nach verwendeter Quelle unterschiedlich erscheinen. Verschiedene Rechtsordnungen wenden auch unterschiedliche Schwellenwerte an: Eine definiert einen wirtschaftlich Berechtigten möglicherweise als Person, die mehr als 25 % eines Unternehmens hält, während eine andere einen Schwellenwert von 10 % verwendet.

Systeme, die Geschäftspartner automatisch identifizieren, benötigen eine einzige, weltweit anerkannte Kennung. Ohne eine solche sind Fehler, Duplikate und Datenlücken unvermeidlich.

Wie der LEI-Code den KYB-Prozess unterstützt

Der LEI-Code ist eine 20-stellige alphanumerische Kennung, die jede juristische Person eindeutig identifiziert. Er ist mit verifizierten Referenzdaten verknüpft, einschließlich des offiziellen Namens der Einheit, der eingetragenen Adresse und der Eigentümerstruktur. Die Global Legal Entity Identifier Foundation (GLEIF) pflegt diese Daten weltweit und stellt sicher, dass sie öffentlich, maschinenlesbar und standardisiert bleiben.

GLEIF beschreibt das LEI-System als ein Instrument, das intelligentere, kostengünstigere und zuverlässigere Entscheidungen darüber unterstützt, mit wem Geschäfte getätigt werden sollen. Es verbessert auch die Datenqualität beim Kunden-Onboarding, in KYC-/KYB-Workflows und im grenzüberschreitenden Lieferkettenmanagement.

Speziell bei KYB bedeutet ein gültiger LEI, dass ein Unternehmen mit verifizierten Identitätsdaten verknüpft ist. Systeme können diese Daten automatisch aus dem GLEIF Global LEI Index abfragen, wodurch langsame und fehleranfällige manuelle Prüfungen entfallen.

Darüber hinaus umfassen LEI-Level-2-Daten Informationen zur Eigentümerstruktur, die direkte und letztendliche Mutterunternehmen abdecken. Dies unterstützt direkt die UBO-Identifizierung. Derselbe Bedarf an strukturierten Identitätsdaten bei grenzüberschreitenden Transaktionen liegt auch der FATF Travel Rule zugrunde, die wir in einem separaten Artikel behandeln.

Laufende Überwachung und LEI-Gültigkeit

Das LEI-System beinhaltet eine jährliche Erneuerungspflicht, was es besonders nützlich für die kontinuierliche KYB-Überwachung macht. Gemäß den GLEIF-Regeln muss ein LEI jährlich erneuert und die Daten der Einheit bestätigt werden. Daher signalisiert ein gültiger LEI, dass die Daten aktuell sind. Ein abgelaufener LEI hingegen signalisiert, dass der Datensatz nicht aktualisiert wurde – was selbst ein Risikoindikator in jedem KYB-Prozess ist.

Dies macht den LEI-Status einfach in laufende Überwachungs-Workflows integrierbar.

KYB, LEI und künstliche Intelligenz

Moderne KYB-Lösungen nutzen zunehmend KI-gesteuerte Automatisierung. KI-Tools können Registerprüfungen, UBO-Identifizierung und Sanktionsscreenings in großem Umfang durchführen. Ihre Wirksamkeit hängt jedoch direkt von der Qualität der Eingabedaten ab.

Ein textbasierter Firmenname ist keine zuverlässige Kennung für eine Maschine. Ein LEI-Code ist es. Wenn ein System einen LEI zur Identifizierung eines Geschäftspartners verwendet, ruft es automatisch alle zugehörigen Daten aus der GLEIF-Datenbank ab, ohne manuelle Eingriffe. Wir untersuchen diese Verbindung weiter in unserem Artikel darüber, warum künstliche Intelligenz eine zuverlässige Unternehmensidentität benötigt.

Infolgedessen sind Unternehmen mit einem gültigen LEI eindeutiger identifizierbar und einfacher in automatisierte KYB-Systeme integrierbar.

Wer benötigt KYB

KYB ist eine regulatorische Anforderung für Finanzinstitute, Zahlungsdienstleister und andere regulierte Einheiten. Rahmenwerke wie MiFID II, EMIR und DORA verlangen alle verifizierte Identitätsdaten für Gegenparteien.

Über regulierte Sektoren hinaus wird KYB jedoch zunehmend zu einer allgemein üblichen Praxis. Unternehmen, die große Lieferantennetzwerke verwalten, im grenzüberschreitenden Handel tätig sind oder Plattformen nutzen, die Geschäftseinheiten verbinden, wenden KYB zunehmend als Teil ihres Standard-Risikomanagements an.

Ein praktischer Schritt

Wenn Ihre Organisation an grenzüberschreitenden Transaktionen, Lieferantenmanagement, Finanzmärkten oder einem regulierten Sektor beteiligt ist, ist es sinnvoll, Ihren LEI-Code gültig und aktuell zu halten.

Ein gültiger LEI macht Ihr Unternehmen in KYB-Prozessen eindeutiger identifizierbar. Er reduziert auch Reibungsverluste beim Partner-Onboarding und unterstützt die Integration mit Systemen, die auf LEI-basierter Identifizierung beruhen.

Sie können einen LEI registrieren oder Ihren bestehenden LEI erneuern in nur wenigen Minuten.